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05.06.2006
 
Newsletter Nr. 3/2006
 
Reproduktionsmedizin
  1. Geburtshilfliche und neonatale Ergebnisse bei Einlingen nach ‘Single Embryotransfer’ (SET) im Vergleich zu Einlingen nach Spontankonzeption
  2. Vergleich der Geburtgewichte von Einlingen nach assistierter Reproduktion und spontan konzipierten Einlingen bei Sterilitätspatientinnen

Gynäkologie

  1. Hohe Plasmakonzentrationen von polychlorierten Biphenylen und Phthalatestern bei Frauen mit Endometriose: Eine prospektive Fall-Kontroll-Studie
  2. Prävalenz und Verteilung von endometrioseverdächtigen Befunden bei Patientinnen mit dem Verdacht auf Adenomyose durch Magnetresonanztomographie (MRT).

1. Geburtshilfliche und neonatale Ergebnisse bei Einlingen nach ‘Single Embryotransfer’ (SET) im Vergleich zu Einlingen nach Spontankonzeption

Neulich sind Bedenken wegen ungünstiger geburtshilflicher und neonataler Resultate bei Einlingen nach IVF/ICSI aufgekommen. Da sich die Gruppe von Frauen mit elektivem SET und resultierender Einlingsgeburt von jener Gruppe von Frauen unterscheidet, die nach iVF/ICSI vor Einführung von SET, eine Einlingsschwangerschaft austrugen, wollten die Autoren in einer Studie untersuchen, ob sich die geburtshilflichen/neonatalen Resultate zwischen Einlingen nach SET und spontan konzipierten Einlingen unterscheiden. Es wurden 251 Einlingsgeburten nach SET analysiert (1. Januar 1998 bis 31. Dezember 2003) und mit den Daten von 59.535 spontan konzipierten Einlingen verglichen (Centre for Perinatal Epidemiology). Es fand sich kein Unterschied in der mittleren Schwangerschaftsdauer und dem mittleren Geburtsgewicht beider Gruppen. In beiden Gruppen lag die Rate sehr früher Frühgeburten (vor der 32. Woche) mit 0,8% gleich und unterschied sich leicht bei der Rate von Frühgeburten vor der 37. Woche (Set: 10%; spontan 6,24). Die Rate an Totgeburten war mit 0,4% gleich. Patientinnen mit guter Prognose, weswegen sie für SET ausgewählt werden, haben einen ebenso günstigen Ausgang ihrer Schwangerschaft wie Frauen mit spontan konzipierten Einlingen.

Literatur

De Neubourg D, Gerris J, Mangelschots K, Van Royen E, Vercruyssen M, Steylemans A, Elseviers M. The obstetrical and neonatal outcome of babies born after single-embryo transfer in IVF/ICSI compares favourably to spontaneously conceived babies. Hum Reprod. 2006 Apr;21(4):1041-6.

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2. Vergleich der Geburtgewichte von Einlingen nach assistierter Reproduktion und spontan konzipierten Einlingen bei Sterilitätspatientinnen.

Einlingsschwangerschaften nach verschiedenen Formen der assistierten Reproduktion (ART) unter Einschluss von intrauteriner Insemination (n=741) wurden mit spontan konzipierten Schwangerschaften von Frauen verglichen, die zuvor als Sterilitätspatientinnen galten. ART-Einlingsschwangerschaften boten schlechtere Resultate. Besonders bei IVF und ICSI zeigten sich hinsichtlich der Verkürzung der Schwangerschaftsdauer und Verminderung des Geburtsgewichtes ungünstige Effekte, die bei Einlingsschwangerschaften nach Kryokonservierung von PN-Eizellen nicht so ausgeprägt waren.
Kommentar von Ferticonsult: Die Gegenüberstellung beider Studien zeigt Diskrepanzen, die einer noch genaueren Analyse bedürfen. Offenbar hat die Methode als solche (IVF oder ICSI) keinen negativen Effekt. Entscheidend ist offenbar das ‚reproduktionsbiologische Potential’ der untersuchten Gruppen. Hierbei spielt die Anzahl guter Eizellen eine gewisse Rolle. Frauen, die in einem Kryozyklus schwanger werden, gehören zu einer Untergruppe mit gutem ‚reproduktionsbiologischen Potential’.

Literatur

De Geyter C, De Geyter M, Steimann S, Zhang H, Holzgreve W. Comparative birth weights of singletons born after assisted reproduction and natural conception in previously infertile women. Hum Reprod. 2006 Mar;21(3):705-12.

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3. Hohe Plasmakonzentrationen von polychlorierten Biphenylen und Phthalatestern bei Frauen mit Endometriose: Eine prospektive Fall-Kontroll-Studie

Die erzielten Daten sind eine weitere Unterstützung bisheriger Befunde, dass endokrine Disruptoren eine Rolle bei der Entstehung der Endometriose spielen können.

Literatur

Reddy BS, Rozati R, Reddy S, Kodampur S, Reddy P, Reddy R. High plasma concentrations of polychlorinated biphenyls and phthalate esters in women with endometriosis: a prospective case control study. Fertil Steril. 2006 Mar;85(3):775-9

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4. Prävalenz und Verteilung von endometrioseverdächtigen Befunden bei Patientinnen mit dem Verdacht auf Adenomyose durch Magnetresonanztomographie (MRT).

Ein Drittel aller Patientinnen, bei denen mit MRT eine Adenomyose diagnostiziert wurde, boten MRT-Zeichen einer pelvinen Endometriose, wobei peritoneale Implantate am häufigsten gefunden wurden. Diese Arbeit unterstützt bereits publizierte Daten, wonach eine hohe Assoziation zwischen Endometriose und Adenomyose bzw. vice versa besteht.

Literatur

Zacharia TT, O'Neill MJ. Prevalence and distribution of adnexal findings suggesting endometriosis in patients with MR diagnosis of adenomyosis. Br J Radiol. 2006

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Gerhard Leyendecker