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19.07.2006
 
Newsletter Nr. 4/2006
 
Reproduktionsmedizin
  1. Metformin bei IVF-Behandlung von Frauen mit PCOS.
  2. Die Beziehung zwischen polyzystischen Ovarien und Endometriumskarzinom.

Gynäkologische Onkologie

  1. Persistierende HPV-Infektion nach Konisation bei Patientinnen mit „freien Rändern“.

Geburtshilfe/Sexualmedizin

  1. Koitus und gehäufte Frühgeburt.

1. Metformin bei IVF-Behandlung von Frauen mit PCOS.

Diese randomisierte, Placebo-kontrollierte Doppelblindstudie wurde zwischen 2001 und 2004 durchgeführt. Patientinnen mit PCOS, die sich einer IVF/ICSI-Therapie mit langem GnRH-Agonisten-Protokoll unterzogen, erhielten randomisiert entweder Metformin- (MET), 850 mg, oder Placebotabletten (PLC) zweimal täglich ab Start des Downregulationsprozesses bis zur Eizellgewinnung. 101 Zyklen wurden randomisiert (MET:n=52; PLC: n=49). Es fand sich kein Unterschied in der Gesamtdosis von rFSH. Ebenso wenig unterschied sich die mediane Anzahl der gewonnenen Eizellen sowie die Fertilisationsrate. Signifikant höher war jedoch die Schwangerschaftsrate jenseits der 12. Woche (MET: 38,5%; PLC: 16,3%; p=0,023) und pro Embryotransfer (MET: 44,4%; PLC: 19,1%; p=0,022). Darüber hinaus fand sich eine signifikante Minderung von schwerem OHSS (MET: 3,8%; PLC: 20,4%; p=0,023). Es wird der Schluss gezogen, dass eine kurzzeitige Gabe von MET bei PCOS unter IVF/ICSI-Therpie signifikant die Schwangerschaftsrate erhöht und die Rate an schwerem OHSS senkt.

Literatur

Tang T, Glanville J, Orsi N, Barth JH, Balen AH. The use of metformin for women with PCOS undergoing IVF treatment. Hum Reprod. 2006 Jun;21(6):1416-25. Epub 2006 Feb 24. PMID: 16501038 [PubMed - in process]

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2. Die Beziehung zwischen polyzystischen Ovarien und Endometriumskarzinom.

Es wird angenommen, dass Frauen mit PCOS ein erhöhtes Risiko für ein Endometriumskarzinom hätten, allerdings eines mehr differenzierten Typs mit günstiger Prognose. Die vorliegende Studie wurde unternommen, um diese Annahmen zu testen, da bisher keine exakten Daten dazu vorliegen. Die Prävalenz von polyzystischen Ovarien (als Marker für ein PCOS) wurde bestimmt in Ovarialschnitten von 128 Frauen mit Endometriumskarzinom (EK) und 83 mit benignen gynäkologischen Befunden. Immunhistochemisch wurde außerdem die Expression der Prognosemarker p53, Ki67; Bc12 und Cyclin D1 in endometrialen Tumoren von 11 Frauen mit PCO und 16 Frauen mit normalen Ovarien. Insgesamt war die Prävalenz von EK mit 8,6% (PCO) und 8,4% (normale Ovarien) in beiden Gruppen gleich. Bei Frauen mit EK über 50 Jahre war jedoch die Prävalenz von PCO (62,5% versus 27,3%; gesunde Ovarien) signifikant höher. Die immunhistochemischen Daten unterstützen nicht die Auffassung, dass Endometriumskarzinome bei PCOs eine günstigere Prognose haben.

Literatur

Pillay OC, Te Fong LF, Crow JC, Benjamin E, Mould T, Atiomo W, Menon PA, Leonard AJ, Hardiman P. The association between polycystic ovaries and endometrial cancer. Hum Reprod. 2006 Apr;21(4):924-9. Epub 2005 Dec 16. PMID: 16361289 [PubMed - in process

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3. Persistierende HPV-Infektion nach Konisation bei Patientinnen mit „freien Rändern“.

Ziel der Studie war es, die Rate der Befreiung von high risk HPV nach schnittrandfreier Konisation (CIN 2 und CIN 3) und die Faktoren zu bestimmen, die entweder zu einer Befreiung bzw. zu einer Persistenz von high risk HPV nach schnittrandfreier Konisation führen. High-risk HPV-Testung wurde (n=69) wurde mittels Zervikalzytologie vor und 6 Monate nach Konisation durchgeführt. Es wurde jeweils auch die präoperative virale Last getestet. Grundsätzlich führte die schnittrandfreie Konisation in 82,1% der Fälle zu einer HPV-Befreiung. Bei hoher viraler Last persistierte HPV in 43,8% der Fälle, bei niedriger viraler Last nur in 9,8% der Fälle. Eine hohe virale Last stellte den einzigen unabhängigen Prädiktor für eine high risk HPV-Persistenz dar. Die schnittrandfreie Konisation beseitigt in den meisten Fällen high risk HPV. Insbesondere für Fälle mit hoher viraler Last gilt eine engmaschige Kontrolle.

Literatur

Song SH, Lee JK, Oh MJ, Hur JY, Na JY, Park YK, Saw HS. Persistent HPV infection after conization in patients with negative margins. Gynecol Oncol. 2006 Jun;101(3):418-22. Epub 2006 Jan 4. PMID: 16386782 [PubMed - indexed for MEDLINE]

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4. Koitus und gehäufte Frühgeburt.

Ziel der Studie war es, den Einfluss des Sexualverhaltens auf das Auftreten wiederholter Frühgeburten vor der 37. Woche abzuschätzen. Es handelt sich um die zweite Analyse einer multizentrischen, blinden Observationsstudie endovaginaler sonographischer Untersuchungen in der 16-18 SSW von Einlingsschwangerschaften bei 187 Frauen mit erhöhtem Risiko einer wiederholten Frühgeburt, nachdem zuvor eine spontane Frühgeburt vor der 32. SSW stattgefunden hatte. Bei der damaligen Aufnahme in die Studie wurde jede Frau von einer “research nurse” über ihre Sexualanamnese befragt. Die Patientin wurde über die Anzahl der Sexualpartner ihres bisherigen Lebens, die Anzahl der Sexualpartner seit Beginn dieser Schwangerschaft und, im Schnitt, über die Koitusfrequenz pro Woche während des vorausgegangenen Monats befragt. Insgesamt standen 165 Schwangerschaften für diese Analyse zur Verfügung. 36% der Schwangerschaften endeten mit einer spontanen Frühgeburt vor der 36. Woche. Eine zunehmende Anzahl von Sexualpartnern während der vorausgegangenen Lebenszeit bedeutete ein zunehmendes Risiko für eine spontane Frühgeburt (ein Partner 19%; 2-3 Partner 29%; >oder=4 Partner 44%; P=0,07), während mehrere Sexualpartner seit Bestehen der Schwangerschaft kein erhöhtes Risiko darstellte (P=0.42). Frauen mit ‚unregelmäßigem’ (infrequent) Sexualverkehr in der Frühschwangerschaft hatten eine Inzidenz von 28% und solche mit ‚gelegentlichem’ eine Inzidenz von wiederholter spontaner Frühgeburt von 38% (P=0,35). Somit stellte selbst-berichteter Koitus in der Frühschwangerschaft kein erhöhtes Risiko einer spontanen Frühgeburt dar. Signifikant Risiko erhöhend für eine wiederholte spontane Frühgeburt ist jedoch ein gewisses promiskes Sexualverhalten vor der Schwangerschaft.

Literatur

Yost NP, Owen J, Berghella V, Thom E, Swain M, Dildy GA 3rd, Miodovnik M, Langer O, Sibai B; National Institute of Child Health and Human Development, Maternal-Fetal Medicine Units Network. Effect of coitus on recurrent preterm birth. Obstet Gynecol. 2006 Apr;107(4):793-7.

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Gerhard Leyendecker