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23.01.2008
 
Newsletter Nr. 1/2008
 
  1. Hydrosalpinx und IVF
  2. Uterine Peristaltik bei Myomen des Uterus. Eine Studie mit Cine-MRT.
  3. Eröffnung des Cavum uteri bei Myomektomie. Kein negativer Effekt auf Fortpflanzung.
  4. Myome, Schwangerschaft und In vitro Fertilisation.
  5. Übersichten: Myome und In-vitro Fertilisation: Was kommt zuerst?.

1. Hydrosalpinx und IVF

HOXA-10 ist ein Strukturgen, welches den zyklischen Aufbau des Endometriums kontrolliert und wichtig für die Implantation des Embryos ist. Seit längerem ist bekannt, dass bei Hydrosalpinx die Erfolgsraten einer IVF-Behandlung reduziert sind. Dies wird auf einen Reflux von Flüssigkeit der Hydrosalpinx in das Cavum uteri zurückgeführt. Die Arbeitsgruppe hat nun feststellen können, dass im Maus-Modell mit Endometriumszellen Ko-Inkubation mit Hydrosalpinx-Flüssigkeit die Expression von HOXA-10 verringert. Die entscheidende Kontrollstudie wurde in einer weiteren Publikation dargestellt. Im Endometrium bei Frauen mit Hydrosalpink war die Expression von HOXA-10 geringer als bei gesunden Kontrollen. Nach Entfernung einer Hydrsalpinx kam es zu einer Normalisierung der HOXA-10-Expression. Hiermit wird eine molekularbiologische Erklärung für den negativen Effekt einer Hydrosalpinx auf die Erfolgsrate bei der IVF-Behandlung geboten.

Literatur

Daftary GS, Taylor HS. Hydrosalpinx fluid diminishes endometrial cell HOXA10 expression. Fertil Steril. 2002 Sep;78(3):577-80

Daftary GS, Kayisli U, Seli E, Bukulmez O, Arici A, Taylor HS. Daftary GS, Kayisli U, Seli E, Bukulmez O, Arici A, Taylor HS. Salpingectomy increases peri-implantation endometrial HOXA10 expression in women with hydrosalpinx. Fertil Steril. 2007 Feb;87(2):367-72. Epub 2006 Dec 14.

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2. Uterine Peristaltik bei Myomen des Uterus. Eine Studie mit Cine-MRT.

Mit der Cine-Magnetresonanztomographie (MRT) lässt sich ähnlich wie bei der Vaginalsonographie die uterine Peristaltik darstellen. In dieser Pilotstudie konnte gezeigt werden, dass Myome des Uterus die isthmische Peristaltik des Uterus, die in der mittleren Lutealphase vorherrscht, verändern. Dies könnte die Implantation beeinträchtigen und eine der möglichen Erklärungen für die negative Beeinflussung der Schwangerschaftsrate durch Myome sein.

Literatur

Orisaka M, Kurokawa T, Shukunami K, Orisaka S, Fukuda MT, Shinagawa A, Fukuda S, Ihara N, Yamada H, Itoh H, Kotsuji F. A comparison of uterine peristalsis in women with normal uteri and uterine leiomyoma by cine magnetic resonance imaging. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol. 2007 Nov;135(1):111-5. Epub 2007 Feb 12.

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3. Eröffnung des Cavum uteri bei Myomektomie. Kein negativer Effekt auf Fortpflanzung

In einer sehr ausgedehnten Studie konnte gezeigt werden, dass die Eröffnung des Cavum uteri bei abdomineller Myomektomie keinen negativen Einfluss auf die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit hat. Diese unterschied sich nicht von jener bei den Fällen ohne Eröffnung des Cavum uteri.

Literatur

Gavai M, Berkes E, Lazar L, Fekete T, Takacs ZF, Urbancsek J, Papp Z. Factors affecting reproductive outcome following abdominal myomectomy. J Assist Reprod Genet. 2007 Nov;24(11):525-31. Epub 2007 Nov 16.

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4. Myome, Schwangerschaft und In vitro Fertilisation

Myome kommen in etwa 27% bei unfruchtbaren Frauen vor, und 50% von Frauen mit “unexplained infertility” werden nach Myomektomie schwanger. Myome stellen somit ein erhebliches Problem in der Reproduktionsmedizin dar, welches noch dadurch verschärft wird, da bei Verlagerung des Kinderwunsches in die „Enddreißiger“ mit einer weiter steigenden Prävalenz an Myomen zu rechnen ist. Die Autoren unterschieden eine Gruppe A (N=84; Myomektomie vor IVF-Behandlung) von einer Gruppe B (N=84; IVF-Behandlung ohne vorherige Myomektomie). Es wurde eine kummulative Erfolgsrate (klinische Schwangerschaftsrate/ Geburtsrate) bei ein bis drei Versuchen berechnet. Bei Gruppe A betrugen die Raten 28 bzw. 25%, bei Gruppe B 15 bzw. 12%. Diese Studie unterstreicht den positiven Effekt einer Myomektomie vor Beginn einer IVF-Behandlung.

Literatur

Bulletti C, DE Ziegler D, Levi Setti P, Cicinelli E, Polli V, Stefanetti M. Myomas, pregnancy outcome, and in vitro fertilization. Ann N Y Acad Sci. 2004 Dec;1034:84-92

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5. Myome und In-vitro Fertilisation: Was kommt zuerst?

In den drei Übersichtsarbeiten mit einem intensiven Literaturstudium wird einhellig die Auffassung vertreten, dass uterine Myome grundsätzlich ein Sterilitätsfaktor sind und zwingend eine Abklärung notwendig ist, inwieweit bestehende Myome eine Kinderwunschtherapie ungünstig beeinflussen. Bei intracavitären und submukösen Myomen besteht keine Frage, dass sie entfernt werden müssen. Hinsichtlich intramuraler Myome besteht in der Literatur keine grundsätzliche Einigkeit. Die Mehrheit der Studien weist jedoch auf einen negativen Effekt auch intramuraler Myome hin. Kleinere subseröse und ebenfalls kleinere peripher liegende intramurale Myome beeinträchtigen die Implantation offensichtlich nicht. Kritisch ist demnach die Bewertung intramuraler Myome. Hier spielen Größe, Lokalisation und Anzahl eine Rolle. Es muss im individuellen Fall die Entscheidung getroffen werden, ob eine Myomektomie vor Beginn einer Sterilitätstherapie erforderlich oder sinnvoll ist.
Kommentar von Ferticonsult: Der Reproduktionsmediziner muss sicher sein, dass er im individuellen Fall auf eine prätherapeutische Myomektomie verzichten kann. Ist er nicht sicher, dann sollte eine Myomektomie durchgeführt werden. Im Hinblick auf die enormen Kosten der Assistierten Reproduktion und auf die Hoffnung der betroffenen Paare, dass bei Beginn einer Therapie alle möglichen sonstigen Störfaktoren, wie eben Myome aber auch eine Hydrosalpinx, Endometriumspolypen und ein Uterus subseptus, ausgeschaltet sind, ist eine Art „Versuch-und-Irrtum-Vorgehen“ nicht zu verantworten. (G. Leyendecker)

Literatur

Rackow BW, Arici A. Fibroids and in-vitro fertilization: which comes first? Curr Opin Obstet Gynecol. 2005 Jun;17(3):225-31

Benecke C, Kruger TF, Siebert TI, Van der Merwe JP, Steyn DW. Effect of fibroids on fertility in patients undergoing assisted reproduction. A structured literature review. Gynecol Obstet Invest. 2005;59(4):225-30. Epub 2005 Mar 15.

Somigliana E, Vercellini P, Daguati R, Pasin R, De Giorgi O, Crosignani PG. Fibroids and female reproduction: a critical analysis of the evidence. Hum Reprod Update. 2007 Sep-Oct;13(5):465-76. Epub 2007 Jun 21

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Gerhard Leyendecker