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26.05.2003
 
Newsletter Nr. 21
 
  1. Intratumorale T-Zellen, Rezidiv- und Überlebensrate beim Ovarialcarcinom.
  2. Epidemiologische Klassifizierung der mit dem Zervixkrebs assoziierten humanen Papillomavirustypen
  3. Wirkung von Tibolon auf die Dicke der Intima-media und auf die Resitenz-Indices der Arteria carotis
  4. Die Samenqualität von Rauchern und Nichtrauchern bei unfruchtbaren Paaren.

1. Intratumorale T-Zellen, Rezidiv- und Überlebensrate beim Ovarialcarcinom

Den Tumor infiltrierende T-Zellen sind beim Ovarialcarcinom nachgewiesen worden, eine klare Beziehung zum klinischen Verlauf wurde bisher jedoch nicht hergestellt. Die Autoren führten immunhistochemische Analysen in 186 gefrorenen Gewebsproben von fortgeschrittenen Ovarialcarcinomen, um die Verteilung tumorinfiltrierender T-Zellen zu bestimmen, sowie eine Analyse der klinischen Verläufe durch. In einigen Fällen wurde eine molekularbiologische Analyse durchgeführt. CD3+ tumorinfiltrierende T-Zellen wurden in Tumorzellinseln (intratumorale T-Zellen) in 102 der 186 Tumor (54.8%) gefunden; in 72 Tumoren (38.7%) waren sie nicht nachweisbar; die übrigen 12 Tumore (6.5%) konnten nicht ausgewertet werden. Die 5-Jahresüberlebensrate betrug 38.0% bei Patientinnen mit T-Zell-positiven Tumoren und 4.5% bei Patientinnen ohne intratumorale T-Zellen (P<0,001). Bei 74 Fällen von Komplettremission nach „Debulking” und Platin-basierter Chemotherapie betrug bei Fällen mit intratumoralen T-Zellen die 5-jährige Überlebensrate 73,9% und bei Frauen mit T-Zell-freien Tumoren 11,9% (P<0,001). In einer Multivarianzanalyse korrelierte das Vorhandensein intratumoraler T-Zellen unabhängig dem verzögerten Auftreten von Rezidiven und Tod und korrelierte mit einer verstärkten Expression von Interferon-Gamma, Interleukin-2, and „lymphocyte-attracting“ Chemokinen im Tumorgewebe. Das Fehlen intratumoraler T Zellen war mit erhöhten Werten von vaskular-endothelialem Wachstumsfaktor (VEGF) verbunden. Das Vorhandensein intratumoraler T-Zellen ist somit ein außerordentlich günstiger Prognosefaktor beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom.

Reference

Zhang L, Conejo-Garcia JR, Katsaros D, Gimotty PA, Massobrio M, Regnani G, Makrigiannakis A, Gray H, Schlienger K, Liebman MN, Rubin SC, Coukos G. Intratumoral T cells, recurrence, and survival in epithelial ovarian cancer. N Engl J Med. 2003 Jan 16;348(3):203-13.

2. Epidemiologische Klassifizierung der mit dem Zervixkrebs assoziierten humanen Papillomavirustypen

Infektion mit humanem Papillomavirus (HPV) ist die wesentliche Ursache des Zervixcarcinoms, das mit den verschiedenen HPV-Typen assoziierte Risiko ist jedoch noch nicht adäquat analysiert worden. Es wurden die Daten von 11 Fall-Kontroll-Studien gepooled mit insgesamt 1918 Zervikrebsen sowie 1929 krebsfreie Kontrollen. HPV- DNA wurde in 1739 der 1918 Patientinnen mit Zervixkrebs (90.7%) detektiert und nur in 259 der 1928 Kontrollen (13.4%). Die häufigsten HPV-Typen bei Patientinnen waren in absteigender Frequenz die Typen 16, 18, 45, 31, 33, 52, 58, und 35. Fünfzehn HPV Typen wurden als “high-risk” (16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 68, 73, und 82); 3 als wahrscheinlich “high-risk”-Typen (26, 53, und 66); und 12 als „low-risk“ Typen (6, 11, 40, 42, 43, 44, 54, 61, 70, 72, 81, und CP6108). Zusätzlich zu den HPV Typen 16 und 18 sollten daher die Typen 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 68, 73, und 82 als carcinogen oder als „high-risk“ Typen und Typen 26, 53, und 66 wahrscheinlich carcinogen angesehen werden.

Reference

Munoz N, Bosch FX, de Sanjose S, Herrero R, Castellsague X, Shah KV, Snijders PJ, Meijer CJ; International Agency for Research on Cancer Multicenter Cervical Cancer Study Group. Epidemiologic classification of human papillomavirus types associated with cervical cancer. N Engl J Med. 2003 Feb 6;348(6):518-27

3. Wirkung von Tibolon auf die Dicke der Intima-media und auf die Resistenz-Indices der Arteria carotis.

Es handelt sich um eine prospektive Studie bei 20 postmenopausalen Frauen ohne kardiovaskuläre Erkrankungen. Ultrasonographisch wurde die Dicke der Intima media (IMD) der Carotis communis, sowie die Resistenz Indices (RI) der Car. interna und externa sowie der A. vertebralis anterior vor und 12 Wochen nach Beginn einer Behandlung mit Tibolon bestimmt. Drei Monate einer Behandlung mit Tibolon reduzierte signifikant die IMD um 28%. Auch die RIs nahmen signifikant ab. Die Studie zeigt somit günstige antisklerotische Effekte einer Behandlung mit Tibolon bei Frauen in der Postmenopause ohne kardiovaskuläre Erkrankungen.

Reference

Erenus M, Ilhan AH, Elter K. Effect of tibolone treatment on intima-media thickness and the resistive indices of the carotid arteries. Fertil Steril. 2003 Feb;79(2):268-73.

4. Die Samenqualität von Rauchern und Nichtrauchern bei unfruchtbaren Paaren

Es wurde der Einfluss des Rauchens auf Spermaparameter bei infertilen Paaren untersucht. Es standen 655 Raucher und 1.131 Nichtraucher zur Verfügung. Gegenüber Nichtrauchern war bei Rauchern die Spermiendichte (-15,3%), die Gesamtzahl der Spermien (-17,5%), die Gesamtzahl motiler Spermien (-16,6%) und die Zitratkonzentration (-22,4%) signifikant reduziert. Ebenso war der Prozentsatz normaler Formen signifikant erniedrigt. Vitalität, Ejakulatvolumen und die Fruktosekonzentration waren leicht, aber nicht signifikant erniedrigt. Das Rauchen von Zigaretten ist demnach mit einer deutlichen Beeinträchtigung der Spermaparameter assoziiert.

Reference

Kunzle R, Mueller MD, Hanggi W, Birkhauser MH, Drescher H, Bersinger NA. Semen quality of male smokers and nonsmokers in infertile couples. Fertil Steril. 2003 Feb;79(2):287-91.

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Gerhard Leyendecker