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15.07.2003
 
Newsletter Nr. 22
 
  1. Gonal-F in einer tÀglichen Dosis von 150 oder 225 IU zur ovariellen Stimulation bei IVF.
  2. Maternaler und paternaler Alkohol Konsum und IVF.
  3. Ein Vergleich von Magnesiumsulfat and Nimodipin zur Vermeidung einer PrÀeklampsie
  4. Selektive COX 2 - Hemmung bei vorzeitiger WehentÀtigkeit

1. Gonal-F in einer tÀglichen Dosis von 150 oder 225 IU zur ovariellen Stimulation bei IVF

Bei 124 Frauen zwischen 23 und 41 Jahren wurde Gonal-F in einer fixen Dosierung von 150 (Gruppe 1) und 225 IE (Gruppe 2) mit einander verglichen. Ausschlußkriterien waren: FSH>10 IE/l; PCOS, das Fehlen eines Ovars oder vorausgegangene Ovarchirurgie, bekannte reduzierte ovarielle Reserve oder vorausgegangene ovarielle Überstimulation. Die Patientinnen wurden randomisiert, indem ein Teil durchgĂ€ngig mit 150 und der andere Teil durchgĂ€ngig mit 225 IE FSH simuliert wurde. Mehr Eizellen wurden bei Frauen bis zu einem Alter von 32 Jahren unter einer Dosis von 225 als von 150 IE FSH gewonnen (11,8 +/- 8,0 vs 7,0 +/- 5,8). Bei Frauen (>/= 33 Jahre) war die Anzahl der gewonnenen Eizellen gleich. Keine Unterschiede wurden in beiden Gruppen hinsichtlich der Fertilisationsrate, Anzahl der gebildeten und kryokonservierten Embryonen und Schwangerschaftsraten gefunden. Die totale FSH-Dosis war höher in Gruppe 2. Die Abbruchrate war höher wegen unzureichender Dosis war höher in Gruppe 1. Alle FĂ€lle von ovariellem Überstimulationssyndrom (n=4) traten in Gruppe 2 auf. Eine Dosis von 225 IE FSH ist effektiver in jĂŒngeren Frauen. In Ă€lteren Frauen fĂŒhrt eine höhere Dosis von 225 IE FSH nicht zu einer Kompensation der altersbedingt reduzierten ovariellen Reserve.

Literatur

Yong PY, Brett S, Baird DT, Thong KJ. A prospective randomized clinical trial comparing 150 IU and 225 IU of recombinant follicle-stimulating hormone (Gonal-F*) in a fixed-dose regimen for controlled ovarian stimulation in in vitro fertilization treatment. Fertil Steril. 2003 Feb;79(2):308-15.

2. Maternaler and paternaler Alkoholkonsum und IVF

Alkoholkonsum (AK) der Frau war assoziiert (ein zusĂ€tzlicher „Drink“ pro Tag) seit einem Jahr vor Behandlungsbeginn) (1) mit einer 13% Reduzierung der Zahl der aspirierten Eizellen, (2) einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, keine Schwangerschaft zu erzielen und (3) einem erhöhten Risiko der Fehlgeburt. Auch der AK der MĂ€nner beeintrĂ€chtigte die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt, indem wahrscheinlich die Rate der Fehlgeburten erhöht war. Da AK ein ubiquitĂ€res Problem ist, sollte darauf im Rahmen der Beratung der Paare geachtet werden.

Literatur

Klonoff-Cohen H, Lam-Kruglick P, Gonzalez C. Effects of maternal and paternal alcohol consumption on the success rates of in vitro fertilization and gamete intrafallopian transfer. Fertil Steril. 2003 Feb;79(2):330-9.

3. Ein Vergleich von Magnesiumsulfat and Nimodipin zur Vermeidung einer PrÀecklampsie

Magnesiumsulfat kann eine Eklampsie durch Verringerung der zerebralen Vasokonstriktion verhindern. Nimodipidin ist ein Kalziumkanal-Blocker mit einer spezifischen zerebralen vasodilatatorischen AktivitÀt. In einer nicht-blinden Multizenterstudie wurden 1650 Frauen mit schwerer PrÀeklampsie entweder einer Dosis von 60mg Nimodipidin oder intravenösem Magnesiumsulfat zugeordnet. Hoher Blutdruck wurde zusÀtzlich mit Hydralazin i.v. kontrolliert. Die Rate an eklamptischen AnfÀllen war in der Nimodipin-Gruppe höher als in der Kontrollgruppe (2,6% vs 0,8%). Allerdings war die Rate von antepartalen AnfÀllen gleich. Das erhöhte Risiko unter Nimodipin bezog sich auf die postpartale Eklampsie. Hinsichtlich des Status der Neugborenen fand sich kein Unterschied. Frauen mit Magnesiumsulfat bedurften hÀufiger der i.v.-Gabe von Hydralazin zur Blutdrucksenkung als die andere Gruppe. Insgesamt erwies sich Magnesiumsulfat effektiver in der Vorbeugung von eklamptischen AnfÀllen als der Kalziumkanal-Blocker.

Literatur

Belfort MA, Anthony J, Saade GR, Allen JC Jr; Nimodipine Study Group. A comparison of magnesium sulfate and nimodipine for the prevention of eclampsia. N Engl J Med. 2003 Jan 23;348(4):304-11.

4. Selektive COX 2 - Hemmung bei vorzeitiger WehentÀtigkeit

Die Sicherheit von Celecoxib, einem selektiven Cyclooxygenase-2-Inhibitor, wurde verglichen mit der Sicherheit des nicht selektiven Cyclooxygenase-Indomethacin bei der Verabfolgung als Tokolytikum bei vorzeitigen Wehen. In einer randomisierten, Doppel-blind, plazebokontrollierten Studie erhielten 24 Frauen mit vorzeitigen Wehen in der 24 – 34 Schwangerschaftswoche entweder Indomethacin oder Celecoxib fĂŒr die Dauer von 48 Stunden. Klinische Beurteilung, fetale Sonographie und Doppler-Untersuchungen des fetalen Ductus arteriosus erfolgten tĂ€glich. Die mittlere maximale Flussgeschwindigkeit ĂŒber der Basislinie war unter 24 h Indomethacin signifikant erhöht, jedoch nicht unter Celecoxib. Beide Medikationen reduzierten vorĂŒbergehend das Fruchtwasservolumen, allerdings mit einem grĂ¶ĂŸeren Effekt von Indomethacin. Im Hinblick auf die Tokolyse waren beide Medikamente gleichermaßen effektiv. Keine wesentlichen Nebenwirkungen wurden bei Mutter oder Fetus beobachtet. In dieser initialen Evaluierung erwies sich die Kurzzeitgabe Celecoxib der von Indomethacin als ĂŒberlegen.

Literatur

Stika CS, Gross GA, Leguizamon G, Gerber S, Levy R, Mathur A, Bernhard LM, Nelson DM, Sadovsky Y. A prospective randomized safety trial of celecoxib for treatment of preterm labor. Am J Obstet Gynecol. 2002 Sep;187(3):653-60

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Gerhard Leyendecker