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15.09.2003
 
Newsletter Nr. 23
 
  1. Sentinel- (WĂ€chter-) Lymphknoten im Vergleich zu routinemĂ€ĂŸiger Axilladissektion bei Brustkrebs..
  2. Der Einfluß von “Assisted Hatching” auf die Resultate der Assistierten Reproduktion: eine Übersicht.
  3. Gutartige gynÀkologische Erkrankungen nach kontrollierter ovarieller Stimulation in der Assistierten Reproduktion
  4. Wie lange dauert es normalerweise bis zum Eintritt einer Schwangerschaft

1. Sentinel- (WĂ€chter-) Lymphknoten im Vergleich zu routinemĂ€ĂŸiger Axilladissektion bei Brustkrebs.

Von MĂ€rz 1998 bis Dezember 1999 wurden 516 Patientinnen mit primĂ€rem Brustkrebs und einem Tumordurchmesser bis zu 2 cm randomisiert zwei Behandlungsgruppen zugefĂŒhrt. Gruppe 1: Sentinel-Knoten-Biopsie mit Axilla-Dissektion (G 1). Gruppe 2: Nur Sentinel-Knoten-Biopsie; Axilladissektion nur bei Befall (G 2). In beiden Gruppen war die Anzahl der gefundenen Sentinel-Knoten gleich. In G 1 war bei 257 Patientinnen in 83 FĂ€llen der SK positiv (32.3%), gegenĂŒber 92 positiven Knoten bei 259 Patientinnen (35,5%) in der G 2. In der G 1 ergab sich eine SensitivitĂ€t von 91,2%, denn nur 83 Patientinnen mit axillĂ€rer Metastasierung hatten einen positiven SK (Rate falsch negativer SK: 8,8%). Die167 Patientinnen ohne Axilladissektion litten unter weniger Schmerzen und BewegungseinschrĂ€nkung. Keine dieser Patientinnen bot wĂ€hrend des Follow-up von 5 Jahren Hinweise auf eine axillĂ€re Metastasierung. Die Autoren schlussfolgern, daß die Sentinel-Lymphknoten-Biopsie eine sichere und gute Methode zur PrĂŒfung auf Vorliegen einer axillĂ€ren Lymphknotenmetastasierung bei Frauen mit kleinem Mammacarcinom darstellt.

Literatur

Veronesi U, Paganelli G, Viale G, Luini A, Zurrida S, Galimberti V, Intra M, Veronesi P, Robertson C, Maisonneuve P, Renne G, De Cicco C, De Lucia F, Gennari R. A randomized comparison of sentinel-node biopsy with routine axillary dissection in breast cancer. N Engl J Med. 2003 Aug 7;349(6):546-53.

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2. Der Einfluß von “Assisted Hatching” auf die Resultate der Assistierten Reproduktion: eine Übersicht.

Es handelt sich um eine Metaanalyse, bei der 23 Studien ausgewertet wurden. Nur 6 dieser Studien publizierten Lebendgeburtenraten.. AH hatte keinen signifikanten Effekt auf die Rate von Lebendgeburten. Es gab einen signifikanten Effekt auf die Rate klinischer Schwangerschaften besonders in solchen FÀllen, bei denen bisher die Assistierte Reproduktion versagt hatte. AH könnte insbesondere bei Àlteren Patientinnen sinnvoll sein. Insgesamt wurde das Design der Studien im Hinblick auf eine sinnvolle Auswertung als suboptimal bezeichnet.

Schlussfolgerung: AH bietet wahrscheinlich im Hinblick auf die klinische Schwangerschaftsrate einen Vorteil bei Frauen mit bisherigem Therapieversagen und bei Àlteren Patientinnen.

Literatur

Edi-Osagie E, Hooper L, Seif MW. The impact of assisted hatching on live birth rates and outcomes of assisted conception: a systematic review. Hum Reprod. 2003 Sep;18(9):1828-35.

3. Gutartige gynÀkologische Erkrankungen nach kontrollierter ovarieller Stimulation in der Assistierten Reproduktion.

In einer groß angelegten retrospektiven Kohortstudie wurden insgesamt 8714 Frauen hinsichtlich des Auftretens gutartiger gynĂ€kologische Erkrankungen (Leiomyome; operative behandelter Ovarialcysten) und SchilddrĂŒsendysfunktionen nach IVF Behandlung befragt, deren letzter Zyklus mehr als 12 Monate zurĂŒcklag (Median 4,6 Jahre). Die Frauen wurden gruppiert nach der ovariellen Reaktion (high response: durchschnittlich mehr als 14 Eizellen/Punktion; normal response: 4-13 Eizellen; low response: 0-3 Eizellen). Die Zahle der ErkrankungsfĂ€lle insgesamt war gering. Dennoch lĂ€ĂŸt sich feststellen, daß das Risiko oben genannter Erkrankungsmöglichkeiten nach Assistierter Reproduktion sehr gering ist. Überraschenderweise tendierten Frauen mit ‚low response’ eher zu benignen gynĂ€kologischen Erkrankungen und SchilddrĂŒsenstörungen als Frauen mit einer ‚high response’.

Literatur

Klip H, Van Leeuwen FE, Schats R, Burger CW, For The OMEGA Project Group. Risk of benign gynaecological diseases and hormonal disorders according to responsiveness to ovarian stimulation in IVF: a follow-up study of 8714 women. Hum Reprod. 2003 Sep;18(9):1951-1958.

4. Wie lange dauert es normalerweise bis zum Eintritt einer Schwangerschaft.

Die Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer Schwangerschaft in auf einander folgenden Zyklen in einer gegebenen Situation ist von großer Bedeutung fĂŒr die Beratung von Paaren mit Kinderwunsch. Es existieren nur retrospektive Studien ĂŒber die kumulative Schwangerschaftswahrscheinlichkeit (KSW) oder prospektive Studien bei ausgewĂ€hlten Paaren mit nachgewiesener FertilitĂ€t. In dieser Studie wurden 346 Frauen beobachtet, die ihren Kinderwunsch durch Methoden der natĂŒrlichen Familienplanung (NFP) erfĂŒllen wollten, d.h. sie nutzten ihr optimales reproduktives Potential, in dem Verkehr zum optimalen Zeitpunkt stattfand. Die KSW wurde nach der Methode von Kaplan-Meier bei der gesamten Gruppe und bei der Gruppe, die tatsĂ€chlich konzipierte, getrennt berechnet. Es traten bei den 346 Frauen 310 Schwangerschaften ein. 36 Frauen (10,4%) konzipierten nicht. FĂŒr die Berechnungen der KSW der totalen Gruppe und der letztlich fertilen Gruppe konnten nur 340 bzw. 304 Frauen verwendet werden. In den Zyklen 1, 3, 6 und 12 betrug die KSW bei der totalen Gruppe 38, 68, 81 und 92% und in der fertilen Gruppe 42, 75, 88 und 98%. Schlussfolgerung: Die meisten Paare konzipieren innerhalb der ersten 6 Zyklen. Danach ist jedes zweite Paar wahrscheinlich sub- oder infertil

Literatur

Gnoth C, Godehardt D, Godehardt E, Frank-Herrmann P, Freundl G. Time to pregnancy: results of the German prospective study and impact on the management of infertility. Hum Reprod. 2003 Sep;18(9):1959-1966.

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Gerhard Leyendecker