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15.05.2000
 
Newsletter Nr.3
 
  1. ICSI: auf die Einstichsstelle kommt es an.
  2. ICSI: Keine erhöhte Rate an Mißbildungen bei Kindern.
  3. Schwangerschaftsrate nach IVF mit drei, vier und f√ľnf Tagen Embryokultur
  4. IVF/ICSI: Schwangerschaftsrate nach Transfer von einem, zwei oder drei Embryonen

1. ICSI: auf die Einstichsstelle kommt es an.

Bei der intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) d√ľrfen durch den Vorgang der Injektion wichtige Strukturen der Eizelle nicht zerst√∂rt werden. Zu diesen Strukturen geh√∂rt der Spindelapparat. Dieser Spindelapparat besteht aus F√§den, die bei der Zellkernteilung und somit bei der Reifeteilung der Eizelle (Meiose) eine gro√üe Rolle spielen. Bei intracytoplasmatischen Spermieninjektionen soll das Spermium m√∂glichst in die N√§he der Spindel gebracht werden, ohne diese in Mitleidenschaft zu ziehen. Aus diesem Grunde ist es die √ľbliche Praxis, die Eizelle beim Vorgang von ICSI so zu fixieren, da√ü das 1. Polk√∂rperchen bei 6 Uhr liegt und die Injektion des Spermiums bei 3 Uhr erfolgt, wobei der Anschliff der Nadelspitze nach 6 Uhr zeigt. Blake und Mitarbeiter (2000) haben verschiedene Positionen des 1 Polk√∂rperchens bei ICSI gew√§hlt und festgestellt, da√ü bei der Position des Polk√∂rperchens bei 7 Uhr und Injektion bei drei Uhr die gr√∂√üte Anzahl von qualitativ hochwertigen Embryonen und die h√∂chste Implantationsrate erzielt wurden. Bei diesen Positionen kommt das Spermium offenbar in eine optimale Position zum Spindelapparat. Auch vom normalen Befruchtungsvorgang ist bekannt, da√ü das Spermium nicht an einer beliebigen Stelle der Eih√ľlle, sondern in einem spezifischen Areal zwischen √Ąquatorialebene und Polk√∂rperchen der Eizelle eindringt.

Literatur

Blake M, Garrisi J, Tomkin G, Cohen J (2000) Sperm deposition during ICSI affects fertilization and development. Fertil Steril. 73: 31-37

Talansky BE, Malter HE, Cohen J (1991) The preferential site of sperm-egg fusion in mammals. Mol. Reprod. Dev. 28: 183-188

2. ICSI: Keine erhöhte Rate an Mißbildungen bei Kindern

Neuere Daten aus Schweden ergeben wie auch die bisherigen Daten anderer Untersuchungen, da√ü ICSI nicht mit einem Anstieg von Mi√übildungen bei nach ICSI geborenen Kindern verbunden ist. Es wurde lediglich ein erh√∂htes Auftreten von Hypospadie (siehe Glossar) bei Knaben beobachtet. Die m√∂glichen, darunter genetischen Ursachen einer Hypospadie sind unklar. Die potentielle Rolle von endokrinen Disruptoren (Umwelt√∂strogene) als Gr√ľnde sowohl f√ľr die andrologische Sterilit√§t als auch f√ľr die Hypospadie werden nicht diskutiert.

Literatur

Wennertholm UB, Bergh C, Hamberger L, Lundin K, Nilsson L, Wikland M, Källen B (2000) Incidence of congenital malformations in children born after ICSI. Hum. Reprod. 15: 944-948

3. Schwangerschaftsrate nach IVF mit drei, vier und f√ľnf Tagen Embryokultur

Es besteht eine zunehmende Tendenz, die Embryokultur auszudehnen und den Transfer m√∂glichst im Blastocystenstadium durchzuf√ľhren. Ziel ist dabei eine erh√∂hte Schwangerschaftsrate bei Vermeidung von Drillingsgravidit√§tern, indem maximal zwei Embryonen im Blastozystenstadium transferiert werden. Huisman und Mitarbeiter berichten nun √ľber eine retrospektive Auswertung ihrer Daten unter diesem Aspekt (Huisman et al., 2000). Nach IVF oder ICSI durchl√§uft die befruchtete Eizelle bzw. der Pr√§implantationsembryo wie normalerweise in Eileiter und Uterus verschiedene Stadien der Entwicklung. Nach Teilung der befruchteten Eizelle entstehen zun√§chst Embryonen, die nach der Anzahl ihrer Zellen, dann nach weiterer Zellteilung als Morula und schlie√ülich als Blastocyste bezeichnet werden. An den Tagen 3 ‚Äď 5 der Embryokultur k√∂nnen bestimmte Entwicklungsstadien erwartet werden. Werden an diesen Tagen die jeweils in der Entwicklung am weitesten fortgeschrittenen Embryonen transferiert, so ergibt sich die jeweils h√∂chste Implantationsrate pro Embryo. An Tag 3 betr√§gt die Implantationsrate von Embryonen mit > 8 Zellen 17,9% im Vergleich von nur 12,9% bei 6-7 Zell-Embryonen. An Tag 4 haben Morula-Embryonen mit beginnender H√∂hlenbildung eine Implantationsrate von 22,2% im Vergleich zu 15,3% von Morula-Embryonen ohne H√∂hlenbildung. An Tag 5 zeigen Blastocyst-Embryonen eine Implantationsrate von 25,7% im Vergleich zu 10,3% von Morula-Embryonen mit H√∂hlenbildung. Wenn es gelingt, zwei Embryonen im Blastocytenstadium zu transferieren, resultiert eine hohe Schwangerschaftsrate mit sicherem Auschlu√ü einer Drillingsgravidit√§t. Allerdings erreichen bei weitem nicht alle Embryonen das f√ľr den jeweiligen Tag optimale Stadium, und nur 41% aller Embryonen erreichen das Blastocystenstadium. Bei Transfer von 2 Embryonen war daher die Schwangerschaftsrate bei Transfer am 3., 4. und 5. Tag der Embryokultur in etwa gleich (25,3%; 25,8% und 27,8%).

Literatur

Huisman GJ, Fauser BCJM, Eijkemans MJC, Pieters MHCE (2000) Implantation rates after in vitro fertilization and transfer of a maximum of two embryos that have undergone three to five days of culture. Fertil. Steril. 73: 117-122

4. IVF/ICSI: Schwangerschaftsrate nach Transfer von zwei oder drei unselektionierten Embryonen.

W√§hrend in den meisten L√§ndern die qualitativ besten aus einer Schar von Embryonen f√ľr den Transfer ausgew√§hlt werden k√∂nnen, um eine hohe Schwangerschaftsrate bei gleichzeitigem Ausschlu√ü h√∂hergradiger Mehrlingsgravidit√§ten zu erzielen, mu√ü in Deutschland die Auswahl derjenigen potentiellen Embryonen, die transferiert werden sollen, bereits im PN-Stadium erfolgen. Zur Vermeidung von Drillingsschwangerschaften wird empfohlen, nur zwei Eizellen im PN-Stadium f√ľr die weitere Embryokultur und den anschlie√üenden Transfer auszuw√§hlen. Es ist daher von Interesse festzustellen, ob die Reduzierung eines Transfers von drei auf zwei Embryonen ohne die M√∂glichkeit einer qualit√§tsbezogenen Auswahl einen Einflu√ü auf die Schwangerschaftsrate hat. In einer retrospektiven Studie wurde diese Frage gepr√ľft. Bei Auswahl von 3 Zellen im PN-Stadium f√ľr den sp√§teren Transfer aus einer Schar von im Mittel 7,26 PN-Stadien resultierte eine Schwangerschaftsrate von 28,6% pro Embryotransfer. Bei Auswahl von 2 Zellen im PN-Stadium f√ľr den sp√§teren Transfer aus einer Schar von im Mittel 6,81 PN-Stadien resultierte eine Schwangerschaftsrate von 25,2% pro Embryotransfer. Die Rate weiterf√ľhrender Schwangerschaften war mit 22,5 bzw. 22,0% in beiden Kollektiven gleich.

Literatur

Ludwig M, Schöpper B, Katalinic A, Sturm R, Al-Hasani S, Diedrich K (2000) Experience with the elective transfer of two embryos under the conditions of the German embryo protection law: results of a retrospective data analysis of 2573 transfer cycles. Hum. Reprod. 15: 319-324

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Gerhard Leyendecker